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Bildanalytisches Denken
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Paßt diese Vorstellung vom Psychischen jetzt auch noch zu
unserer zuerst aufgestellten Formel, die da lautete: "Das Seelische ist das jeweilige
Bildverstehen"? Sie widerspricht der vorgenannten Formel - wie wir gleich sehen
werden - natürlich nicht, sie gibt nur einen anderen Blick auf die Sache. Das kann aber
helfen, unser neues Konzept vom Seelischen noch etwas genauer und tiefer zu erfassen. Aber
auch hier müssen wir wieder übersetzen.
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Bildverstehen sagt ja: "Da ist etwas, was sich nach
diesem oder jenem Bild versteht". Wir tun also so, als ob die Welt von lauter kleinen
Seelen belebt sei - wie in der Philosophie des Animismus etwa: Da wo wir ein Bildverstehen
feststellen, soll also etwas existieren, das "sich versteht", so als befände
sich dort ein der menschlichen Seele analoges Sein. Natürlich wissen wir, daß es UNSINN
ist, z.B. in dem Ohrwurmhaften des gehörten Liedes eine Art Seele im engeren Sinne zu
vermuten, und wir fassen daher dieses "Sich-Verstehen"
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auch gerne in einem übertragenen Sinne auf. Und dann heißt Bildverstehen einfach, daß etwas
NACHVOLLZIEHBAR" (also verstehbar) in sich zusammenhängt. Mit der von uns gewählten
Formel wollen wir aber darauf hinweisen, daß sich die seelische Wirklichkeit gerade nicht
auf das reduzieren läßt, was mit Hilfe eines Bildes sich voll nachvollziehbar
beschreiben läßt.
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Der Begriff vom "Bildhaften-sich-Verstehen", den
wir für die seelische Wirklichkeit gesetzt haben, soll daran erinnern, daß die
psychischen Dinge uns immer als sehr eigenständig entgegentreten, so als würden sie
tatsächlich ihren "eigenen Kopf" haben und in der Lage sein, sich (und zwar
jetzt im engen Wortsinne) selbst zu verstehen.
Das Tassengleichnis führt, wie wir sehen, unser Verstehen
vom Seelischen auf die ihm eigene Art weiter und verhilft dabei auch zu einem tieferen
Verständnis unserer Formel vom Bildverstehen. Und von dieser Formel sind wir ja
ausgegangen.
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