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Bildanalytisches Denken
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2. Die Bedeutung unseres Konzepts für eine
Psychotherapie und Beratung
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Werfen wir zum Schluß noch einen kurzen Blick auf die
Probleme, in die sich das Psychische verwickeln kann - in einer Welt, die sich in Bildern
und Gleichnissen versteht. Was ist, wenn sich unser Handeln und Erleben plötzlich selbst
nicht mehr versteht? Eben hatte irgendwie noch
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alles Hand und Fuß und jetzt erscheint es
so, als verstünden sich die Dinge, in denen wir stecken oder die wir produzieren, selbst
nicht mehr. Sie scheinen ohne rechten Sinn und Zusammenhang. Was ist los? Haben wir jetzt
etwas falsch gemacht? Nein! In eine solche Situation kommen Menschen immer dann hinein,
wenn sich ihre Entwicklung in einem Übergang befindet. Seelisches ist gleichsam im
Übergang von der einen Ordnung in die andere hinein. Umbrüche dieser Art gehören
lebenswichtig zu unserer Entwicklung hinzu, das ist uns bekannt. Und was wir dabei erleben
können, ist
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nicht nur die Auflösung der ehemals Zusammenhalt gebenden
Bildzusammenhänge, sondern leider auch das noch Fehlen von etwas Funktionierendem Neuen,
was die entfesselten "Kräfte" wieder in ein sinnvolles Ganzes bringen könnte;
höchstens eine Ahnung davon könnte schon dabei vorhanden sein.
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Eine ungünstige, aber nicht selten auftretende Reaktion
auf solche - sich andeutende - Umbruchserfahrungen im ganz normalen Leben ist z.B. das
Krankwerden. Das Seelische versucht in diesem Falle gleichsam mit Gewalt, durch die
entsprechende Störung oder Krankheit wieder ein Sich-Verstehen in die Dinge
hineinzubringen: Jetzt weiß man wenigstens, was oder wo es einem fehlt, alles Weitere
kann von jetzt an auf die Lösung dieses Problems ausgerichtet werden; Seelisches versteht
sich wieder, wenn auch für den Preis eines - wie Sie sich denken können -sehr hohen
Aufwandes. Ich kann mich nicht durchsetzen oder ich bin schüchtern und werde so schnell
rot oder ich habe furchtbare Konzentrationsschwierigkeiten; so oder so ähnlich kann sich
das anhören.
Als Betroffener übersieht man sehr schnell dabei, daß
diese Betrachtungsweise schon selbst Therapie ist und zwar eine Art Selbstbehandlung der
Schwierigkeiten eines Übergangs. Das im Augenblick so viel Raum einnehmende
Sich-nicht-Verstehen der gelebten Zusammenhänge hat aber sicherlich eine ganz andere
Behandlung verdient. Und natürlich kann es bei einer psychotherapeutischen Hilfestellung
nicht darum gehen, auf diese bereits schon vorhandene Form der Therapie noch eine weitere
Therapieform "draufzusetzen. Der Betroffene muß sich mit Hilfe des
Psychotherapeuten wieder trauen, sich den gelebten, Sich-selbst-nicht-mehr-Verstehenden
Zusammenhängen zu stellen und sich wieder auf das Ganze seiner Wirklichkeit einzulassen,
mitsamt seinen (zu einem Umbruch immer dazugehörenden) Merkwürdigkeiten. Das Seelische
braucht jetzt eigentlich einen Raum, in dem es versuchsweise das eine oder andere, ihm
noch unbekannte, gleichsam in kleinen Dosierungen an sich und als Wirkung in der Realität
und bei den anderen in Erfahrung bringen kann. Die Tasse als Gleichnis - wir haben sie ja
jetzt im Hinterkopf - würde uns sagen, daß es in einer Psychotherapie darum geht, einen
kleinen raumschaffenden Aufschub sicherzustellen.
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