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Bildanalytisches Denken
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Das Vortragsgeschehen als ein Ganzes ist es, um dessen
Schicksal und Verlaufsgesetz es geht: Der Vortrag als ein bildlicher Prozeß, der
verschiedene Menschen und Anliegen, Erwartungen, sachliche Gegebenheiten, Atmosphärisches
und vieles vieles mehr in bestimmter Weise miteinander zu verbinden versteht.
Derjenige, der die Rede hält oder auch der Zuhörer etwa
merkt das Verlorengehen des roten Fadens möglicherweise gar nicht oder stellt es
vielleicht erst viel später fest. Und trotzdem kann dieses Bild durchgehend für den
Ablauf der Rede wirksam sein und sich möglicherweise in ganz anderen Dingen als dem
naheliegenden Unruhigwerden der Zuhörer oder dem "Ins Schwimmen Kommen" des
Vortragenden zum Ausdruck bringen; so z.B. in einem überbetont freundlichen Eingehen des
Redners auf eine technische Frage aus dem Publikum.
Der Vortrag zeigt auf diese Weise auch eine Seele, weil er
einem Bild folgt. Das heißt: die Entwicklung des Vortrags folgt einem EIGENEN Gesetz und
ihr Spielraum ergibt sich aus den besonderen Zwängen und Freiheiten, die durch das
spezifische Bild bestimmt sind.
Ich kann mir vorstellen, daß es für manch einen jetzt
schwierig wird, diesem Gedankengang zu folgen. Es ist nämlich schon etwas ungewöhnlich,
so zu denken. Und aus diesem Grunde werde ich die Form des Vortrags ab hier auch ein
bißchen abwandeln. Wundern Sie sich also nicht, wenn ich für die Dauer einer
Viertelstunde jetzt nur noch über ein einziges Beispiel reden werde. Und hierzu habe ich
einen bestimmten Gegenstand als Beispiel gewählt: Die Tasse.
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