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Bildanalytisches Denken
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Wir legen hierzu nur kurz fest, daß es uns um die Tasse
als Haushalts- und Gebrauchsgegenstand geht. Das heißt, sie soll uns hier nicht so sehr
als Sammelgegenstand oder Reiseandenken, auch nicht als Zeugnis der Kulturgeschichte
interessieren. Nach unserer Auffassung gibt es das sogenannte Ding-an-sich ja nicht. Und
also gibt es auch die Tasse nicht, ohne daß sie uns entweder in der einen oder anderen
Perspektive entgegentritt.
Auch eine anscheinend so simple Sache wie die Tasse, also
eine Tee- oder Kaffeetasse z.B., hat ein Bildverstehen. Und das heißt jetzt nicht nur,
daß sie ein bestimmtes und typisches Erscheinungsbild hat. Nein! Wenn wir von der Tasse
als einem Gebrauchsgegenstand reden, dann meinen wir etwas Umfänglicheres, etwas, das
sich nicht nur auf das Äußere dieses Gegenstands bezieht.
Ich stelle nun die These auf, daß die Tasse für uns etwas
Besonderes leistet. Und wie sieht das nun aus?
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Da ist also zunächst einmal eine Kanne mit
dem heißen oder warmen Getränk darin. Wollten wir jetzt ohne Hilfe der Tassen davon
trinken, haben wir uns zunächst einmal auf eine Reihe von Einschränkungen einzulassen:
Ohne Tassen müßten wir an die Kanne jetzt direkt heran.
Das hieße aber, wir könnten nicht aus diesem Vorrat so ohne weiteres trinken - wenn zur
gleichen Zeit das noch ein anderer will. Wir müßten also
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vielleicht erst mal warten, bis
der andere die Kanne freigibt. Außerdem müßten wir mit dem sperrigen Behälter ganz
besonders sorgsam umgehen, sonst könnte schnell ein Mißgeschick geschehen. Wir müßten
uns in unserem Trinkstil auch ganz diesem Vorratsbehälter und seiner besonderen Form
anpassen. Vielleicht kommen wir an das warme Gut ja nur in ganz kleinen Schlückchen oder
umgekehrt auch nur in größeren und wenig kontrollierbaren "Schüttungen"
heran. Vielleicht verbrennen wir uns auch die Finger an der Kanne, weil wir sie irgendwo
anfassen müssen, wo sie zum Anfassen nicht so gut geeignet ist. Wir müßten es uns auch
versagen, den Geschmack des Getränkes individuell noch etwas abzuwandeln, wenn ein
anderer, der aus der Kanne mittrinkt, es anders haben will - und auch dann, wenn wir
allein aus der Kanne trinken und wir es uns mittendrin anders überlegen und das Getränk
nicht mehr so süß wie bisher haben wollen.
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Wir sehen, die Tasse bietet uns viele Vorteile, die wir bei
einem "Direktanschluß" an den Vorratsbehälter nicht hätten:
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